Ratgeber

Vorsorgende Verfügungen/Informationen

Patientenverfügung

Mit der Patientenverfügung (Patiententestament) hat man die Möglichkeit, über seine Wünsche bezüglich medizinischer Behandlung oder Nichtbehandlung (z. B. künstlich am Leben gehalten zu werden) oder Behandlungsbegrenzung angesichts einer aussichtlosen Erkrankung, insbesondere in der letzten Lebensphase, zu bestimmen. Es empfiehlt sich, die Patientenvollmacht durch eine Betreuungsverfügung, besser aber mit einer Vorsorgevollmacht zu ergänzen.

Betreuungsverfügung

Mit der Betreuungsverfügung kann man dem Vormundschaftsgericht gegenüber eine Person des eigenen Vertrauens festlegen, die für den Fall, dass man dazu selbst nicht mehr in der Lage ist, alle Angelegenheiten und Rechtsgeschäfte erledigt. Das Vormundschaftsgericht ist verpflichtet, die vorgeschlagene Person zu prüfen und ihre Eignung zu bestätigen. Liegt keine Betreuungsverfügung vor und gibt es auch keine Angehörigen, die diese Aufgabe übernehmen könnten, wird ein Betreuer vom Vormundschaftsgericht bestellt.

Vorsorgevollmacht

Anstelle der Betreuungsverfügung kann man mit einer Vorsorgevollmacht eine Person des eigenen Vertrauens als Bevollmächtigte einsetzen. Der Unterschied zur Betreuungsverfügung besteht darin, dass die Person nicht vom Vormundschaftsgericht bestellt werden muss, sondern im Fall der eigenen Entscheidungsunfähigkeit sofort für den Vollmachtgeber handeln kann.

Ausführliche Informationen und Vordrucke erhalten Sie beim Bundesministerium der Justiz
Bundesministerium der Justiz Mohrenstraße 37 10117 Berlin
Telefon: (030) 18 580 – 0 Telefax: (030) 18 580 – 95 25

Das Bundesministerium der Justiz bietet auch eine Online-Broschüre mit wertvollen Hinweisen zum Download an, um Ihre Patientenverfügung schriftlich zu fixieren.
http://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/DE/Patientenverfuegung.pdf?__blob=publicationFile

Die Deutsche Bischofskonferenz bietet mit der christlichen Patientenverfügung eine überkonfessionelle Alternative. Dieser Ratgeber enthält neben den erforderlichen juristischen Informationen eine klare geistliche Beratung zum Thema. www.ekd.de/download/patientenvorsorge.pdf

Testament

Das Testament, der letzte Wille, ist so zu fassen, dass keine weitere Interpretation möglich ist. Vermächtnisse und Auflagen sind in eindeutigen und klaren Sätzen zu bezeichnen. Grundsätzlich gilt: Je höher das Vermögen und je unsicherer die Kenntnisse im Erbrecht sind, desto besser ist es, einen im Erbrecht erfahrenen Anwalt bzw. Notar zu konsultieren. Ein Testament muss entweder handschriftlich oder zusammen mit einem Notar erstellt werden. Mit dem Computer erstellte Testamente sind ungültig. Gibt es kein Testament, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

Erben

Das Erbrecht regelt in den §§ 1922 bis 2385 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) die Fragen, wem das Vermögen einer Person nach ihrem Tode zufällt und wer für die Nachlassverbindlichkeiten haftet. Wenn jemand stirbt ohne ein Testament verfasst zu haben tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Erbberechtigt sind dann: der überlebende Ehegatte sowie Erben der ersten Ordnung, das sind die Kinder, Enkel und Urenkel sowie nichteheliche Kinder und Adoptivkinder wenn sie minderjährig adoptiert wurden.

Vom Umgang mit der Trauer

Den Tod begreifen, damit er am Ende wieder leben lässt.
nach Rudolf Virchow

Durch die Endgültigkeit des Todes einen geliebten Menschen zu verlieren ist sicher die schmerzhafteste, emotionalste Ebene des menschlichen Daseins. Auch mit dem Wissen, dass Leben und Sterben zusammengehören, ist der Verlust eines Menschen zunächst einmal nicht zu begreifen.

Ob man die große Liebe seines Lebens verloren hat, die Eltern oder gar das eigene Kind, den besten Freund – die Welt bricht zusammen. Man fühlt sich schutzlos, manchmal sogar schuldig oder verzweifelt – vor allem aber allein. Auch das nähere Umfeld steht dem trauernden Menschen oft hilflos gegenüber. Einvernehmlichkeit, kleine Gesten, menschliche Wärme und gut zuhören können, ist das, was Trost spenden kann.

Während Leben und Alltag unaufhaltsam weiter strömen, ist der Weg der Trauer ein anderer. Wie lange er dauert und in welchen Phasen man die Trauer erlebt, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Nur eines sollte man nicht tun: Verdrängen. Es ist wichtig, die Trauer auszuhalten, zuzulassen und auch zu zeigen. Auch das Pflegen von Abschiedsritualen ist elementar: dem Menschen, den man verloren hat, mit Orten, Erinnerungen und seiner Geschichte einen Platz im Leben und im Herzen zu geben.

Wenn Eltern ihr Kind verlieren, dann stirbt die Zukunft mit

Nach dem evolutionärem Gedanken leben Kinder für einen selbst weiter. Wenn Eltern ihr Kind verlieren, wird auch das eigene Dasein in Frage gestellt. Wenn ein Kind plötzlich aus einer Familie herausgerissen wird, dann trauert jedes Familienmitglied und jeder trauert anders, Männer anders als Frauen und Geschwisterkinder anders als ihre Eltern. Es ist sehr schwierig, hier einen gemeinsamen Weg zu finden. Es besteht die Gefahr, dass sich ein Familienmitglied in seiner Trauer aus dem Kreis der Gemeinschaft ausschließt oder ausgeschlossen fühlt. Deshalb ist ein Zusammenhalt der Familie besonders wichtig, ohne die Liebe um das verlorene Kind auszuklammern.

Kinder trauern anders

Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von außen schon so schön aussieht.
aus Pipi Langstrumpf

Wenn es für Erwachsene schon manchmal unlösbar scheint, ihre Trauer auszuhalten und ihr Raum zu geben, so stellt sich die Trauer für Kinder noch einmal ganz anders dar. Dabei sind gerade sie es, die mit viel Anteilnahme in ihrer individuellen Trauer begleitet werden sollten, damit sie nicht traumatisiert werden und später als Erwachsene ein normales Leben führen können. Trauer ist Schwerstarbeit für Körper und Seele, für Erwachsene und ganz besonders für Kinder. Je nach Alter können Kinder noch nicht richtig einordnen, was sie fühlen, den Schmerz und Verlust, den sie verspüren, wenn ein Elternteil oder ein nahestehender Menschen verstorben ist. Das kindliche Wesen setzt die Trauer spielerisch um und kann einem ständigen Wechsel zwischen Lachen, Weinen, Aggression oder totalem Rückzug unterliegen. Auch haben sie in jeder Altersphase eine andere Vorstellung vom Tod. „Sich schuldig fühlen“ ist ein ausgeprägtes Phänomen der Kindestrauer oder aber die Phantasie, dass der Verstorbene wieder zurückkommt. Bestenfalls stellen sie sich den Verstorbenen als Engel vor, der sie beschützt. Um die Situation begreifbar zu machen, sollte man ihnen mit viel Liebe begegnen und keinen Kinderfragen ausweichen. Kindgerechte Erklärungen in Bildern und Geschichten fördern kreative Prozesse. Daneben kann das Einhalten von Ritualen wie Besuche am Grab und Kerzen anzünden helfen, mit den Gefühlen umzugehen. Wenn Trauer vermieden wird, kann es für viele Betroffene bedeuten, ihr Leben lang an die Vergangenheit gebunden zu sein.

Umso wichtiger ist es, gerade den Kindern einen aktiven Umgang mit dem Abschied zu ermöglichen und sie selbstverständlich einzubeziehen. Sie können gemeinsam mit den Eltern den Sarg bemalen oder Grabbeigaben aussuchen. Vielleicht möchten sie ihr Kuscheltier mitgeben oder malen Bilder, die sie dem/der Verstorbenen mitgeben möchten. Diese kreative Arbeit ist eine Form der Begleitung auf dem letzten Weg und wir sind offen für weitere Möglichkeiten.