Rituale, Symbole und Sinnbilder

Rituale und Symbole schaffen Übergänge, stützen und helfen, die Realität oder etwas Unfassbares zu begreifen, setzen Zeichen mit Sinn. Viele Bräuche und Sinnbilder sind überliefert, sind aber auch je nach Religion und Kultur von unterschiedlicher Bedeutung. Eigene Auslegungen von Ritualen, Feierlichkeiten und Gesten erfüllen genauso und sehr persönlich ihren Sinn.

So symbolisiert die blaue Blume Leben und Tod. Sie steht für die Vergangenheit und Gegenwart, für Körper und Seele, für Sehnsucht und Liebe und für die Unendlichkeit.

Die Anemone ist die Blume der Winde. „Anemos“ (Wind/Windhauch). Die Legende sagt, die Anemone sei aus den Tränen der Aphrodite entstanden, als sie den Tod ihres geliebten Adonis beweinte.

Die Chrysantheme wird mit der Erinnerung verknüpft. Sie gilt als das Symbol des einfachen Daseins, als goldene Blume aus dem Land der aufgehenden Sonne und als Zierde des Herbstes. Zu Allerseelen, Allerheiligen, werden die Gräber traditionell mit ihr geschmückt.

Im Mittelalter war die Nelke ein Symbol für die Gottesmutter Maria. Die Nelke steht wie die Rose symbolisch für die Liebe über den Tod hinaus.

Die Symbolpflanze der Königswürde, die Lilie, wurde schon seit dem frühen Altertum als Sinnbild der Reinheit und Unschuld gebraucht. Lilien strahlen mit ihrer edlen und majestätischen Schönheit, wie man es außer ihnen nur noch Rosen und dem Lotos zuschreibt. Ihr Maß an Schönheit wurde als überirdisch wahrgenommen „So schön, diese Lilie, die aus dem Grabe gewachsen“ schrieb Heinrich Heine, denn sie galt auch als Gruß an die zurückbleibenden Lebenden.

In der Antike war die Rose wegen ihrer Schönheit, Vergänglichkeit und ihres Duftes der Liebe, und in der griechischen Mythologie dem „Land der Seligen“, zugeordnet. Sie war sowohl der griechischen Liebesgöttin Aphrodite als auch der römischen Venus geweiht. Die Rose gilt in vielen verschiedenen Kulturen der Welt als das Symbol der Liebe.

Das Kreuz

Das Kreuz als Weltsymbol steht für die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die horizontale Linie symbolisiert die Erde, die vertikale Linie den Himmel. Zudem unterteilt ein Kreuz in vier Teile und zeigt in alle Himmelsrichtungen. Als ältestes religiöses Symbol und Heilszeichen der Menschheit verkörpert es das Zentrum der Einheit und die unerschöpfliche Ausdehnung. Das Kreuz ist eines der Hauptsymbole des Christentums und symbolisiert den Opfertod Jesu Christi. Auch hier steht die waagerechte Achse des Kreuzes für die Verbundenheit der Menschen mit der Erde und die senkrechte Achse für die göttliche Verbundenheit. Muslimische Glaubensgemeinschaften und die Zeugen Jehovas verwenden das Kreuz nicht.

Der Trauerkranz

Der Trauerkranz (Kreis) gilt als Symbol der Ewigkeit, da er weder Anfang noch Ende hat und versinnbildlicht Vollkommenheit und Unendlichkeit. Der Kranz gehört in vielen Religionen und Kulturen zur Trauerkultur und symbolisiert eine tiefe Verbundenheit zu dem Verstorbenen und die Ewigkeit der Seele im Kreislauf des Lebens.

Kerzen als Symbol des Lichts der Seele

Das Anzünden von Kerzen hat in vielen Kulturen und religiösen Vorstellungen eine wichtige Bedeutung. Kerzen sind ein Symbol für Licht und Glauben, aber auch für die Vergänglichkeit. Die Kerze verzehrt sich selbst im Verbrennen, ähnlich der Kerze verzehrte sich Christus in seiner Liebe für die Menschen. Auf Gräbern werden, ganz besonders zu Allerheiligen, Grablichter zur Erinnerung an die Verstorbenen aufgestellt.