Die letzte Ruhestätte

Bestattungsformen und Grabarten

Die letzte Ruhestätte

Wo wird Einst des Wandermüden letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?
Immerhin! Mich wird umgeben
Gotteshimmel, dort wie hier,
und als Totenlampen schweben
nachts die Sterne über mir.

Heinrich Heine

 

Für viele Menschen ist es beruhigend, bereits zu Lebzeiten festzulegen und zu wissen, wo ihr Platz nach dem Tode sein wird. Auch gibt es ganz individuelle Ansichten, ob es eine Erdbestattung oder Feuerbestattung sein soll. In Deutschland ist es gesetzlich geregelt, dass jeder Leichnam oder die Asche eines Verstorbenen auf einem Friedhof beziehungsweise in einem Ruheforst oder im Meer beigesetzt werden muss. Die Friedhöfe, die Stätten der letzten Ruhe, dienen vielen Angehörigen auch als Kleinode, als Ort der Trauer und Erinnerung. Seit alters her besuchen die Menschen Friedhöfe, um die Gräber ihrer Verstorbenen zu schmücken und ihrer zu gedenken.

Erdbestattung

Die Erdbestattung ist in unserem Kulturkreis die traditionellste Bestattungsform, bei der der Verstorbene in einem Sarg der Erde übergeben wird. Die Beisetzung erfolgt auf kommunalen oder kirchlichen Friedhöfen und man kann sich je nach Satzung für ein Wahlgrab oder Reihengrab entscheiden. Für diese Grabstätten wird ein Nutzungsrecht erworben, das je nach Gemeinde zwischen 20 und 30 Jahren liegt. Im Gegensatz zu einem Reihengrab, in dem nur ein Verstorbener beerdigt werden darf und der Platz von der Friedhofsverwaltung zugewiesen wird, können bei einem Wahlgrab mehrere Beisetzungen (Doppel- oder Familiengrab) vorgenommen werden. Zudem ist es möglich, neben Särgen auch Urnen beizusetzen. Das traditionelle Wahlgrab kann somit als Ruhestätte für ganze Familien dienen und über Generationen weitergeführt werden. Wahl- und Reihengräber werden durch die Hinterbliebenen individuell gestaltet und gepflegt.

Alternativ werden heute auf den meisten Friedhöfen Rasengräber für Särge und Urnen angeboten, die auf Wunsch mit einer Namenstafel, die flach in die Erde eingelassen wird, versehen werden. Hier obliegt die Pflege der Rasenfläche nicht den Angehörigen sondern den Friedhofsbetreibern. Diese Gräber werden allerdings nur als Einzelgräber angeboten.

Feuerbestattung

Bei der Feuerbestattung wird der Verstorbene in einem Sarg im Krematorium eingeäschert. In einer Urne kann die Asche anschließend auf verschiedene Arten beigesetzt werden. Die meisten Urnen werden je nach Friedhof und Ruheforst in Urnen- oder Rasengräbern beigesetzt, die in der Regel mit Gedenktafeln versehen sind. Vor diesen Gedenkstätten besteht oft die Möglichkeit, Kerzen anzuzünden und Blumen abzulegen. Nicht anders als bei der Erdbestattung kann man sich auch hier, je nach Gemeinde- und Friedhofsatzung, zwischen Urnenwahl- und einem Urnenreihengrab entscheiden. Die Ruhezeit beträgt zwischen 15 und 30 Jahren.

Seebestattung

Nach der Einäscherung (Feuerbestattung) wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne dem Meer übergeben. Dieser Vorgang findet wahlweise in Anwesenheit der Trauernden statt oder in aller Stille. Auch die Ausrichtung einer Trauerfeier auf dem Schiff ist möglich. Die Angehörigen erhalten eine Seekarte mit den Koordinaten der Bestattung und haben die Auswahl zwischen verschiedenen Beisetzungsgebieten in europäischen und internationalen Gewässern. Die Seebestattung ist auf allen Weltmeeren möglich.

Anonyme Bestattung

Bei der anonymen Bestattung, Rasengräbern für Sarg und Urne, werden Zeitpunkt und Ort der Beisetzung auf einem Gemeinschaftsgräberfeld vom Friedhofsamt bestimmt. Die Öffentlichkeit, Angehörige und Trauergäste sind ausgeschlossen. Das anonyme Gräberfeld wird als Grünschnitt/Rasenfläche von der Friedhofsverwaltung gepflegt. Wenn es nicht selbst verfügt wurde, wird eine anonyme Bestattung zumeist vorgenommen, wenn der Verstorbene keine Angehörigen mehr hat. Oft treffen aber auch die Hinterbliebenen aus Kostengründen diese Entscheidung. Dies sollte wohl bedacht sein, denn zur Trauerbewältigung sind Rituale und auch ein Ort des Gedenkens äußerst wichtig. Es gibt sicherlich Alternativen, auch unter Berücksichtigung des Kostenfaktors, um eine anonyme Bestattung zu vermeiden.

Baumbestattung

Relativ neu ist die Baumbestattung, die von vielen Menschen immer mehr angenommen wird. In einem dafür vorgesehenen Waldstück wird die Asche des Verstorbenen an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Für diese naturnahe Grabstätte muss die Asche des Verstorbenen in einer Urne beigesetzt werden. Am Baum oder in Baumnähe kann ein Namensschild des Verstorbenen angebracht werden. Trauerfeier und die Form der Beisetzung hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Blumenschmuck oder ein Grabmal sind nicht erlaubt. Falls Sie über weitere naturnahe Bestattungsformen wie Baumbestattungen im Friedwald oder Ruheforst, Verstreuungen oder eine Seebestattung Informationen wünschen, sprechen Sie uns an.

Diamantbestattung

Bei der Diamantbestattung wird ein kleiner Teil der Asche des Verstorbenen zu einem Diamanten gepresst. Dieser kann dann zu einem Schmuckstück, bspw. einem Ring oder Kettenanhänger, verarbeitet werden kann.

Edelsteinbestattung

Alternativ zur Diamantbestattung können bei einer Edelsteinbestattung auch die Haare des/der Verstorbenen verwendet werden, aus denen ein Saphir oder Rubin entstehen kann. Ein solch außergewöhnliches Erinnerungsstück zu schaffen und weiterzugeben, ist daher auch schon zu Lebzeiten möglich.

Diamant- und Edelsteinbestattungen sind im eigentlichem Sinne keine Bestattungsarten, sondern die Herstellung eines Erinnerungstückes. Daher ist eine konventionelle Bestattung im Vorfeld Voraussetzung.